Beschluss ohne Umsetzung - Gedenken an Momo
Gemeinsame Pressemitteilung des Vereins “Moabit hilft e.V.” und der Linksfraktion Berlin Mitte
Gedenken an ermordetes Kind bleibt aus
Berlin, 07.04.2026
Sechs Jahre nach dem gewaltsamen Tod des 13-jährigen Mohammed im Monbijou-Park gibt es noch immer keinen offiziellen Gedenkort. Dabei wurde die Einrichtung eines Gedenkbaums bereits politisch beschlossen.
Beschluss ohne Umsetzung
Momo, ein aus Syrien geflüchtetes Kind, wurde mitten in Berlin Mitte aus rassistischen Motiven brutal getötet. Seitdem setzt sich seine Familie gemeinsam mit Unterstützer*innen für einen Ort des Gedenkens am Tatort ein.
Nach dem Beschluss im zuständigen Kulturausschuss haben sich die Fraktionen, die Familie und das Bezirksamt auf einen Gedenkbaum geeinigt.
In der Bezirksverordnetenversammlung gab es ein demokratisch mehrheitliches Votum für den Antrag. Dennoch ist bis heute nichts passiert.
Kritik am Umgang mit Engagement
Besonders kritisch wird der Umgang des Bezirksamts mit zivilgesellschaftlichem Engagement gesehen. Momos Familie hat gemeinsam mit dem Verein Moabit hilft e.V. für ein Gedenken an ihr Kind gekämpft. Ihre Anliegen werden zwar angehört und formal beschlossen, in der Umsetzung jedoch verzögert.
Unverhältnismäßige Verzögerung
Der geplante Gedenkbaum würde das Bezirksamt rund 3.000 Euro jährlich kosten. Das ist eine vergleichsweise geringe Summe.
Dass selbst diese Maßnahme trotzdem nicht umgesetzt wird, sendet ein fatales Signal an die Familie des verstorbenen Jungen, an die migrantische Community in Berlin und an die Zivilgesellschaft.
Sami Ullah Malekzadeh, Sprecher für Partizipation der Linksfraktion Berlin Mitte, und der Vorstand des Vereins “Moabit hilft e.V.”, erklären hierzu:
„Dass ein demokratisch gefasster Beschluss über Monate hinweg nicht umgesetzt wird, ist nicht akzeptabel. Hier geht es um das Gedenken an ein ermordetes Kind.
Wenn selbst in einem solchen Fall kein würdiges Gedenken umgesetzt wird, stellt sich die Frage, welches Signal die Politik damit sendet. Es entsteht der Eindruck, dass selbst im Tod nicht alle Menschen gleich behandelt werden.“
Forderungen
Das Bezirksamt muss den beschlossenen Gedenkort unverzüglich umsetzen.
Ein Gedenken an Momo darf nicht weiter verzögert werden.

